Mitteilung Kanton

Regierung gratuliert dem FC St.Gallen 1879 zum Cupsieg und nimmt Unruhe besorgt zur Kenntnis

grünes Fussballtrikot mit weissem Aufdruck
grünes Fussballtrikot mit weissem Aufdruck

Mit dem Sieg im Cupfinal vom Pfingstsonntag ist dem FC St.Gallen 1879 ein historischer Triumph gelungen. Die Regierung gratuliert herzlich zu dieser hervorragenden Leistung. Gleichzeitig nimmt sie die Berichte über interne Spannungen mit Besorgnis zur Kenntnis. Sie bittet alle Akteure, der gesellschaftlichen Verantwortung des Clubs Sorge zu tragen und im Sinne des grossen Ganzen zu handeln.

Die Regierung des Kantons St.Gallen gratuliert dem FC St.Gallen 1879 herzlich zum Gewinn des Schweizer Cups 2025/26. Mit dem überzeugenden 3:0-Finalsieg vom 24. Mai 2026 im Berner Wankdorf gegen den FC Stade Lausanne-Ouchy hat der Club einen historischen Triumph erzielt. Dieser zweite Cupsieg in der Clubgeschichte, 57 Jahre nach dem letzten Titelgewinn im Jahr 1969, ist ein sportliches Ereignis von nationaler Bedeutung.

Der FC St.Gallen ist weit mehr als ein Fussballclub. Er ist ein gesellschaftliches Bindeglied, das Menschen unterschiedlichster Herkunft, Generationen und Überzeugungen vereint. Zehntausende von Ostschweizerinnen und Ostschweizern haben diesen Cupsieg gemeinsam erlebt und gefeiert – in Bern und in der ganzen Region. Die Bilder der ausgelassenen Feierlichkeiten auf dem Marktplatz und in den Gassen der Stadt St.Gallen werden in kollektiver Erinnerung bleiben. Der FC St.Gallen übernimmt so eine zentrale gesellschaftliche Funktion und leistet einen enormen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt in unserem Kanton.

Strategische Weitsicht, Stabilität und Engagement

Der sportliche Erfolg und die positive gesellschaftliche Ausstrahlung des Clubs sind das Verdienst der gesamten Mannschaft. Dieser Erfolg wäre jedoch nicht möglich gewesen ohne die strategische Weitsicht, die Stabilität und das Engagement, welche die aktuelle Clubführung und der amtierende Verwaltungsrat über die vergangenen Jahre geleistet haben. Die unter Präsident Matthias Hüppi und seinem Verwaltungsrat aufgebauten Strukturen – sportlich, kulturell und institutionell – bilden das Fundament, auf dem dieser historische Titelgewinn entstanden ist.

Vor diesem Hintergrund verfolgt die Regierung des Kantons St.Gallen mit erheblicher Besorgnis die Berichte über interne Spannungen im Club. Die Regierung ist der Auffassung, dass eine erzwungene Ablösung des Verwaltungsrats zum jetzigen Zeitpunkt – unmittelbar nach dem grössten sportlichen Erfolg seit Jahrzehnten – das verbindende Moment des Cupsiegs in Frage stellt. Sie birgt das Risiko, das über Jahre aufgebaute Vertrauen in die Clubführung zu erschüttern, den Rückhalt bei Fans, Bevölkerung und Sponsoren zu gefährden und das Ansehen sowohl des Clubs nach innen und aussen zu beschädigen.

Gesellschaftliche Dimension anerkennen

Die Regierung bitten daher alle Akteure – Aktionärinnen und Aktionäre, Verwaltungsratsmitglieder sowie die Clubleitung –, mit Zurückhaltung, Verantwortungsbewusstsein und dem Blick für das grössere Ganze zu handeln. Es geht darum, das Gemeinsame und Verbindende in den Vordergrund zu stellen, die gesellschaftliche Verantwortung des Clubs ernst zu nehmen und den eingeschlagenen, erfolgreichen Weg gemeinsam fortzusetzen. Die Regierung erwartet, dass die Verantwortlichen die gesellschaftliche Dimension ihrer Entscheidungen anerkennen und die Interessen des Clubs sowie der gesamten Ostschweizer Bevölkerung über persönliche oder partikuläre Interessen stellen.

Bildlegende: Die ganze Ostschweiz drückte am Sonntag dem FCSG die Daumen.